Das wahre Glück braucht viel Mut

 Freies Leben, Wünsche, Sehnsucht, Anna Avramidou

Ist es eine Illusion, wirklich glücklich sein zu wollen? Existiert das wahre Glück vielleicht gar nicht? Bin ich anmaßend, wenn ich mir wünsche, vollkommen glücklich zu sein? Ich glaube, wenn ich diese Fragen beantworten möchte, muss ich mir erst einmal darüber bewusst werden, was Glück für mich persönlich bedeutet.

 

Seit vielen Jahren sehne ich diesem Gefühl hinterher. Ich denke es wurzelt in meiner Kindheit. Ich bin zu einem großen Teil in der Natur aufgewachsen. Ich habe viel Zeit am Wasser und in den Wäldern verbracht, wofür ich noch heute meinen Eltern sehr dankbar bin. Dann kam das Erwachsensein. Wie viele Menschen tauschte ich die Natur und den Minimalismus

gegen meine Karriere und letztlich der Suche nach dem,

von dem ich glaubte, dass es wirklich wichtig ist.

 

Ich bin im Feuerzeichen des Schützen geboren. Meine Eltern merkten recht früh, dass das Feuer, welches in mir brennt, mich voran treibt, was nicht immer sehr gemütlich ist... In meinem Fall spürte ich das Feuer in mir, in Form einer Sehnsucht, einer Sehnsucht nach einem Ort, an dem ich in einer Gemeinschaft und in der Natur leben kann. Etwas sehr archaisches eigentlich.

 

Wie fühlt sich Glück an?

 

Ich glaube, es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten glücklich zu werden. Und jeder Mensch hat eine andere Vorstellung davon, was für ihn Glück ist. Und dennoch wird es von den meisten ähnlich empfunden. Dieses warme Gefühl in der Herzgegend, bis hin zum Solarplexus. Das Gefühl emotional einfach satt zu sein.

 

Der Gehirnforscher Prof. Gerald Hüther beschreibt es so, dass wir aus der Zeit im Mutterleib, zwei Grundbedürfnisse behalten haben. Das eine ist, aufs Engste mit einem anderen Menschen verbunden zu sein. Und das andere ist, jeden Tag ein Stückchen über uns selbst hinauszuwachsen. Wenn eines dieser Grundbedürfnisse in unserem Leben nicht erfüllt ist, können wir das Glück nur sehr schwer erfühlen.

 

Und dennoch glaube ich, dass es darüber hinaus noch etwas anderes gibt. Etwas, dass mit dem Verstand nicht zu beschreiben ist. Dieses Gefühl nenne ich Sehnsucht.

 

Ich kann nicht sagen warum ich mich gerade in diesem Land, auf dieser Insel auf der ich lebe, so glücklich fühle. Warum die traditionellen Lieder dieser Insel, allem voran der traditionelle Tanz Ikariotiko, der auf allen Festen gespielt werden, mich so berührt, wie kaum etwas anderes. Ich kann auch nicht sagen, warum dieser Ort und seine Menschen, mir so eine tiefe innere Ruhe und Gelassenheit geben. Es fühlt sich einfach RICHTIG an. Vielleicht ist es ein Mysterium, was uns Menschen glücklich macht?

 

Und doch, das einfache Leben, es existiert nicht!

 

Nur leider gibt es bei jeder Sonnenseite auch Schatten. Nichts existiert auf der Erde ohne sein Gegenteil. Bevor ich auf diese Insel kam, dachte ich, wenn ich es einmal geschafft habe, diesen riesigen Schritt zu gehen, auszusteigen, dann bin ich am Ziel. Dann bin ich vollkommen glücklich. Wenn man 30 Jahre lang einen Traum hatte und dieser Traum dann in Erfüllung geht, ist das auch erst mal etwas, mit dem man umzugehen lernen muss.

 

30 Jahre lang habe ich geträumt, habe es mir immer wieder ausgemalt, wie es sein wird, wenn ich in meinem kleinen Häuschen auf dieser Insel lebe, mitten in der Natur von einer liebevollen Gemeinschaft umgeben, das Meer in Sichtweite. Ich konnte es kaum fassen, als dieser Traum dann tatsächlich Wirklichkeit wurde. Es fühlte sich fast wie eine zweite Geburt an.

 

Das Ziel war erreicht und nun?

 

Die andere Seite der Medaille ist, dass unsere Familie und Freunde 3000 km weit entfernt von uns wohnen. Dass ich hier nicht in einen großen Supermarkt gehen kann, in dem ich alles bekomme was ich zum Leben brauche und noch mehr. Alles ist hier viel teurer. Es gibt keine Direktflüge nach Deutschland. Das bedeutet dass ich auch mal zwei Tage Reise, samt Hotelunterbringung in Kauf nehmen muss. Ein spontanes Treffen mit meinen Kindern oder Freunden ist nicht möglich. Alles muss genau geplant werden. Sogar langjährige Freundschaften sind, durch unsere Entscheidung auszusteigen, zerbrochen. Wenn ich hier auf der Insel bin, sehne ich mich nach Deutschland. Wenn ich in Deutschland bin, sehne ich mich nach Ikaria.

 

Warum lohnt es sich trotz allem, seiner Sehnsucht zu folgen?

 

Nun, ich glaube, dass es so etwas wie eine Lebensaufgabe, vielleicht könnte man es auch Schicksal nennen, gibt. Im Buddhismus wird es Dharma genannt.

Chameli Ardagh sagt dazu:

„Die Art, Deinen einzigartigen Platz in der Matrix des Lebens auszufüllen. Es ist das Verlangen danach, Deine Duftnote in die Welt zu bringen. Wenn Deine Sehnsucht mit der großen Intelligenz im Einklang ist, ebenso mit Deinem einzigartigen Platz im Ganzen, dann erfährst Du die wahre Erfüllung, ehrlich nach Deinem Dharma zu leben.“

Anna Avramidou, SoundWorld, Sehnsucht, Sinn des Lebens

Und wenn du nun denkst dass es einfach ist, diese Lebensaufgabe, dieses Dharma, aus tiefstem Herzen zu leben, dann irrst du dich.

 

Es war leicht mich dafür zu entscheiden. Aber es war unglaublich schwer, alles was war, loszulassen und mich ganz dieser Lebensaufgabe hinzugeben. Und dennoch weiß ich, dass es richtig war und ist.

Ich glaube, dass sehr viele Menschen nicht auf die Stimme ihrer Sehnsucht hören. Sie vergraben sie tief in ihrem Inneren oder betäuben sie mit Alkohol oder materiellem Reichtum oder anderem. Oftmals „schreit“ der Körper dann um Hilfe in dem er krank wird.

 

Es ist sicher nicht immer einfach das eigene „Dharma“ zu leben, aber es lohnt sich so sehr den Klang der eigenen inneren Stimme wahrzunehmen und allen Mut aufzubringen, um diese abenteuerliche Reise anzutreten!

 

Ich wünsche dir von ganzem Herzen eine Wunder-volle Lebensreise!

Anna

 

 

 

Deine Seele spürt die Welt, die Dich erwartet.

In abgelegenen Plätzen des Herzens,

wo Deine Gedanken niemals hinwandern würden,

hat sich dieser Anfang bereits leise formiert,

Und wartete auf dich bis Du bereit warst, aufzutauchen.

 

Seit langer Zeit hat sie Dein Begehren beobachtet,

hat die wachsende Leere in Dir gespürt,

bemerkt, wie du Dich selbst ermuntert hast,

immer noch unfähig, das zu verlassen, was Dir bereits

nicht mehr passt.

 

Sie hat Dich beobachtet,

als Du mit der Verführung der Sicherheit gespielt hast

und die unbestimmten Versprechen, die Gleichförmigkeit

flüsterten, sie hörte die Wellen des Umbruchs aufsteigen und

weich werden, sich wundernd, ob Du immer so weiterleben

wirst.

 

Dann die Freude, als Dein Mut entfacht wurde

und Du neuen Erdboden betreten hast,

Deine Augen wieder jung und voller Energie und Träume.

Ein Weg der Fülle, der sich vor Dir eröffnet.

Obwohl Dein Ziel jetzt noch nicht klar ist,

kannst Du dem Versprechen dieser Öffnung vertrauen;

entfalte Dich selbst in diese Gnade des Anfangs,

der eins ist mit dem, was Dein Leben begehrt.

 

Lass Deine Seele sich dem Abenteuer öffnen;

Halte nichts zurück, lerne, die Leichtigkeit im Risiko zu

entdecken; bald wirst Du in einem neuen Rhythmus Zuhause

sein, denn Deine Seele nimmt bereits die Welt wahr,

die Dich erwartet.

John O'Donohue

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sonja Lehmann (Mittwoch, 17 Januar 2018)

    Ein wunderbarer Text! Mein Herzenswunsch Ikaria zu sehen ging im Juli 2017 in Erfüllung. Die Energie der Insel hat mich überwältigt und ich möchte bald wieder einmal dort hin. Ich bin tief verwurzelt in meiner Heimat, einen festen Wohnsitz fern von hier, kann ich mir nicht vorstellen, regelmäßige Besuch auf der für mich magischen Insel hoffentlich bald wieder... inzwischen werde ich gespannt deinem Blog folgen �
    Herzliche Grüße aus Rosenheim/Bayern
    Sonja